T.J.M. Lechleitner, Jahrgang 1961, verbindet mehr als vier Jahrzehnte Verwaltungspraxis mit Studien in Recht, Managemen & IT – Fachvertiefung E-Government. Seine Sachbücher gelten dem Vollzug von Recht, institutioneller Verantwortung und der (Verwaltungs-)Geschichte Tirols und seiner Grenzräume.
Verwaltungspraktiker und Autor
T.J.M. Lechleitner war seit 1981 mehr als vier Jahrzehnte in der Tiroler Landesverwaltung tätig, unter anderem in mehreren Bezirkshauptmannschaften. In diesen von ihm als „Frontbehörden“ verstandenen Dienststellen sammelte er praktische Erfahrung in der Sicherheitsverwaltung, im Verwaltungsstrafrecht sowie im Grenz- und Fremdenwesen und Informationstechnologie. Als Journaldienstbeamter nahm er über Jahrzehnte außerhalb der regulären Amtszeiten sicherheits- und verwaltungsbehördliche Aufgaben wahr.
Er war langjähriger Grenzkontroll- und Fremdenpolizeireferent. Diese Tätigkeit endete mit der Neuordnung des Fremden- und Asylwesens durch das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA), das 2014 seinen Betrieb aufnahm und seither insbesondere erstinstanzliche asyl- und fremdenrechtliche Verfahren führt. Die Perspektive des praktischen Vollzugs in Tiroler Grenzbezirken prägt sein Interesse an staatlicher Verantwortung, Grundrechten und den Folgen administrativer Entscheidungen.
Studium, E-Government und bundesweite Zusammenarbeit
Als Werkstudent studierte Lechleitner Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck. Das Studium brach er kurz vor dem Abschluss ab; seine 1997 approbierte Arbeit über die Bezirkshauptmannschaft als Element der österreichischen Verwaltungsorganisation wurde später als Buch veröffentlicht und wird derzeit überarbeitet. Ein weiteres Studium in Management und Informationstechnologie mit Fachvertiefung E-Government schloss er mit dem akademischen Grad Master of Science (MSc) ab. Zeitweise lehrte er E-Government an der Pädagogischen Hochschule Tirol.
Mehr als 15 Jahre vertrat er das Land Tirol in IT-Lenkungsausschüssen und Arbeitsgruppen auf Bundesebene. Schwerpunkte waren Anwendungen für Sicherheitsverwaltung und Verwaltungsstrafrecht im Bereich des Bundesministeriums für Inneres. Durch Beschluss der Landesamtsdirektorenkonferenz wurde er als gemeinsamer Ländervertreter in das Projektmanagement-Board des Innenministeriums entsandt. Für dieses Wirken verlieh ihm der Bundespräsident den Berufstitel Regierungsrat. Zur Berichterstattung über die Verleihung.
Forschungsfelder und Methode
Seine Bücher verbinden Verwaltungs- und Rechtsgeschichte, Verfassungsrecht, Verwaltungsverfahren, Sicherheits- und Fremdenrecht mit der Geschichte Tirols und Südtirols. Im Mittelpunkt stehen nicht allein Normen und politische Erzählungen, sondern ihr tatsächlicher Vollzug: in Behörden und Gerichten, an Grenzen, in Städten und Monumenten. Lechleitner arbeitet quellen- und aktennah, trennt Tatsachen von zugeschriebenen Wertungen und interessiert sich besonders dafür, wie historische Ordnungen in der Gegenwart fortwirken.