Buchcover: „Linea non mi fido“ (Ich-trau-dir-nicht-Linie)

Buch von Thomas Lechleitner

„Linea non mi fido“ (Ich-trau-dir-nicht-Linie)

Der Alpenwall in Südtirol als Bauwerk des Misstrauens

Der Alpenwall in Südtirol als steinerner Ausdruck des Misstrauens zwischen dem faschistischen Italien und seinem deutschen Bündnispartner.

Leseprobe öffnen (PDF) Beginnt beim ersten Kapitel · etwa 10 Seiten.

Betonkuppeln, verborgene Stollen und getarnte Bunker durchziehen bis heute die Landschaft Südtirols. Sie gehören zu einem gewaltigen Befestigungssystem, das das faschistische Italien ausgerechnet gegen seinen engsten Verbündeten errichten ließ: das nationalsozialistische Deutsche Reich.

Dieses Sachbuch erzählt die Geschichte des Alpenwalls von der Teilung Tirols nach dem Ersten Weltkrieg über Mussolinis Grenzpolitik und das widersprüchliche Bündnis mit Hitler bis zur Reaktivierung der Anlagen im Kalten Krieg. Es zeigt, wie politische Unsicherheit, militärische Vorsorge und gegenseitiges Misstrauen in Beton gegossen wurden. Selbst Bauernhöfe und natürliche Geländeformen dienten als Tarnbilder für Befestigungen, deren eigentlicher Gegner offiziell nicht genannt werden durfte.

Im Mittelpunkt steht der Reschenpass, eine Schlüsselzone an der Grenze zwischen Nordtirol und Südtirol. Hier wird besonders deutlich, wie tief die politischen Brüche des 20. Jahrhunderts in Landschaft, Verwaltung und Alltag eingegriffen haben. Die Bunker erscheinen nicht nur als militärische Zweckbauten, sondern als steinerne Zeitzeugen eines geteilten Landes und einer lange verdrängten Geschichte.

Der Autor war viele Jahre als Grenzkontrollreferent einer Bezirkshauptmannschaft an der österreichisch-italienischen Staatsgrenze tätig und als Milizsoldat in der Schlüsselzone Reschenpass eingeteilt. Diese persönliche Nähe verbindet er mit einer quellenkritischen historischen Darstellung. Der Alpenwall war kein Widerspruch zum Bündnis zwischen Mussolini und Hitler. Er war dessen verborgene Kehrseite: ein Denkmal des Misstrauens.

Buchdetails

Autor
Thomas Lechleitner
Seiten
110
Sprache
Deutsch

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